E-Tuner: SH HB-T

Dumm wenn man sein Stimmgerät nicht findet. Mit Shadows E-Tuner hat man jetzt die Möglichkeit, das Stimmgerät direkt einzubauen

 

 

 

"Ob vor der Probe oder beim Gig, der Ablauf ist inner der Gleiche: Das Equipment verkabeln, einschalten und ... Moment! Fast das Stimmen der Gitarre vergessen. Aber wo ist jetzt dieser blöde Tuner? Die ersten neidischen Blicke wandern Richtung Akustikgitarrist, hat der sein Stimmgerät doch gleich im Instrument. Doch auch für E-Gitarristen naht Rettung: Denn mit Shadows E-Tuner hat man auch für seine Solidbody die Möglichkeit, das Stimmgerät direkt einzubauen. Das klingt interessant.

 

Nichts (oder zumindest nur wenig) ist für geübte Musikerohren schlimmer als ein verstimmtes Instrument oder schiefe Töne. Nicht umsonst überprüfen Gitarristen alle paar Songs das Tuning ihres Instrumentes. Dumm nur, wenn man dann sein Stimmgerät nicht findet. Doch für vergessliche Gitarristen gibt es für dieses Problem jetzt eine Lösung, da müsste man schon das ganze Instrument vergessen – und dann hätte man ja nichts zu stimmen. Shadow Electronics jedenfalls bietet mit dem E-Tuner ein im Humbuckerrahmen – und damit fest in der Gitarre – eingebautes chromatisches Stimmgerät an. Das klingt doch schon mal sehr praktisch.

 

Erwartungsgemäß ist der komplette E-Tuner mit allen Teilen nur ein kleines und sehr leichtes Paket – man will an seiner Gitarre ja nicht großartig herumdoktorn müssen. Neben dem Rahmen besteht das System noch aus der elektronikeinheit, den Verbindungskabeln und der Batteriehalterung inklusive der für den Betrieb benötigten 3-V-Knopfzelle sowie einem kleinen Täschchen um diese darin unterzubringen. All diese Komponenten bringen zusammen gerade einmal 28 Gramm auf die Wage, zieht man davon noch das Gewicht des vorher verwendeten Humbuckerrahmens ab und lässt das kleine Täschchen weg, ist die Masse absolut zu vernachlässigen. Was darüber hinaus noch beiliegt, ist natürlich eine detaillierte Einbauanleitung.

 

Wer mit den Grundzügen des Lötens vertraut ist, dem sollte der Umbau seiner Gitarre auf den E-Tuner leicht fallen. Also: Saiten lockern, den Steg-Humbucker sowie dessen Rahmen lösen und das Elektronikfach schon mal öffnen. Dann den alten Rahmen entfernen und den Humbucker schon mal in den Rahmen des E-Tuner schrauben, wobei die Seite mit den Tuning-LEDs natürlich Richtung tiefe Saiten zeigt. Dann führt man die Kabel von der Elektronikeinheit durch den Kabelkanal ins Elektronikfach. Das sollte platzmäßig kein Problem sein, falls es doch eng wird, kann man auch zwischendurch den Verbindungsstecker zum Batteriehalter abnehmen. Nun wird die Elektronikeinheit in die Tonabnehmeraussparung gelegt, so dass sie später die Unterseite des Pickups berührt – und schon kann der PU wieder eingeschraubt werden. Nun noch zwei Kabel ans Volume-Poti des Halstonabnehmers löten, den Batteriehalte anstecken und entweder mit dem doppelseitigen Klebeband im Elektronikfach befestigen, oder die Stromversorgung in das Täschchen packen und sicher dort verstauen. Jetzt noch alles wieder zuschrauben und schon kann es losgehen.

 

Jetzt wird es spannend. Ein Druck auf das Knöpfchen am Humbuckerrahmen – und schon strahlt einen der E-Tuner hell an. Und dann kann man gleich loslegen. Schon ruhig und akkurat zeigen die LEDs an, welcher Ton gespielt wird, ob dieser passt beziehungsweise in welche Richtung man nachstimmen muss. Dabei gibt der Hersteller eine Genauigkeit von +/- 2 Cent an sowie einen Stimmumfang von 66 bis 3322 Hertz, was für Sechssaitige Gitarren, auch wenn sie bis C heruntergestimmt sind, locker reichen sollte. Übrigens, dank der verschiedenen Farben der LEDs (blau für die Tonhöhe, orange für Halbtöne, rot für zu hoch oder zu niedrig und grün für korrekte Stimmung) findet man sich auch auf dunklen Bühnen und mit einem schnellen Blick problemlos zurecht. Passiert etwa 90 Sekunden lang nichts, schaltet sich der Tuner selbstständig ab, ansonsten kann man das per Knopfdruck auch manuell erledigen. Der einzige Nachteil an diesem System ist nur der, dass es eben an das jeweilige Instrument gebunden ist. Das heißt, man benötigt für jedes Instrument ein eigenes Stimmgerät – und das lohnt sich meiner Meinung nach (trotz des sehr fairen Preises) nur bei guten Instrumenten, die man auch regelmäßig nutzt. Also genau das Richtige für die ständig mit der Band genutzten Instrumente – für Opas alte Klampfe, die man ein Mal im Jahr von der Wand nimmt, lohnt sich das nicht. Übrigens: Wer jetzt keine Gitarre mit Humbuckerrahmen mit dem E-Tuner ausrüsten möchte muss sich nur etwas gedulden: eine Erweiterung des Sortiments auf andere Modelle beziehungsweise Pickup-Formen ist schon in Planung."

 

 

veröffentlicht in: Soundcheck (10-2011)
verfasst von: Jan Hoffmann
 

 

 

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